Isabella Rausch - Gebärdensprache
CODA

Children of Deaf Adults

Was ist CODA?
CODA ist die Abkürzung für „Children of Deaf Adults“ und bezeichnet hörende Kinder von gehörlosen Eltern.
Minderjährige, also CODAs unter 18 Jahren, werden KODAs „Kids of Deaf Adults“ genannt.

Ursprünglich aus den USA kommend, handelt es sich mittlerweile um eine international geläufige Bezeichnungen für Menschen, die mit gehörlosen Eltern aufgewachsen sind.

Was ist an CODAs besonders?
Es gibt viele Kinder, die mit zwei Sprachen aufwachsen. Englisch und Deutsch zum Beispiel. Kinder, die mit Eltern mit Behinderung groß werden, gibt es auch.

Ein großer Unterschied ist die Kommunikation: mit Eltern, die blind sind oder im Rollstuhl sitzen, können Kinder sprechen. Sie befinden sich in der selben sprachlichen Dimension.
Taube Menschen verwenden, anders als die Mehrheit der Menschen, eine visuell-gestische Sprache: die nationale Gebärdensprache. Ohne Blickkontakt gibt es keine Kommunikation.
Zum Beispiel ist Zwiebel schneiden und gleichzeitig miteinander gebärden, nicht möglich. Dafür können nach dem Schließen der Zugtüren Konversationen in Gebärdensprachen problemlos weitergeführt werden.

Bei hörenden Menschen dominiert der akustische Reiz den visuellen.
Zum Beispiel blickt
das Publikum im Kino während einer Filmvorführung auf die Leinwand. Unerwünscht setzt sich das akustische Wahrnehmen durch, sobald es im Saal unerwartet klingelt. Eine Person hat vergessen das Handy lautlos zu stellen. Für taube Menschen völlig unbedeutend, der Filmgenuss wird nicht unterbrochen. Für hörende Menschen ein Ärgernis.

Diskriminierungen werden gegenüber Eltern mit Behinderung ausgesprochen. Menschen, die hören können, haben die Möglichkeit darauf zu reagieren. Wenn Eltern nichts mitbekommen, haben sie keine Gelegenheit zu handeln.

Genau das macht CODAs besonders. Sie sind mit einer gesprochenen und einer visuellen Sprache aufgewachsen, bilingual und bimodal. Das macht CODAs zu Mitgliedern einer Drittkultur. Sie verhalten sich paradox: gebärden wie taube Menschen und reagieren parallel auf akustische Signale. Zum Beispiel Musik hören und dabei gebärden.

In der Gemeinschaft ihrer Peers können sie ihre Identität entwickeln und festigen. Eine gesunde CODA-Identität beruht unter anderem auf einer gelungenen Verinnerlichung dreier Kulturen: der Gehörlosen-, der Hörenden- und der CODA-Kultur.

 
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